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– Agathe Bauer – HimmelsKüsschen.

Sollte man einen Beitrag einkochen, obwohl man nicht mal mehr das Wort ’nach dem‘ richtig ausschreiben kann? Es ist wirklich sehr warm heute. Arbeitstage mit überdurchschnittlichen Wetterlangen sind für mich besonders charmant, weil ich mich an solchen Tagen tatsächlich verbundener fühle mit den Kollegen und auch mit den Kunden Egal ob uns das Wetter nervt oder wir es herrlich finden, eines haben wir gemeinsam. Wir schwitzen! Wir fahren einen Gang runter. Das gilt wohl auch für Puls und Blutdruck. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man an Tagen mit extremen Wetterlagen mehr miteinander ist und, dass mehr Verständnis füreinander herrscht. Das  Gemüt entspannt sich, gemeinsam mit dem physischen Körper. Schwitzen kann man nur im Jetzt und Hier.😉 Die Seele döst derweil friedfertig im Schatten und winkt träge ab. Energiesparmodus. Alles kein Grund zur Aufregung. Möchten sie auch ein Stück Melone? Ich finde wir sollten erst mal ein Stück Melone essen bevor wir…Was darf’s denn sein? Nur der Nachbar, von schräg unten, der brüllt nach wie vor, dass man den Motor auch ausschalten könne, wenn man anliefere. Doch der ist kein Kunde von uns…Vielleicht sollte er es sein. Vielleicht würde es ihm helfen sich ein wenig zu entspannen. Nach einem saftigen Stück Wassermelone sieht die Welt doch gleich viel fröhlicher aus. Einer meinte mir heute erklären zu müssen, dass mir ja beinahe ein gutes Geschäft entgangen sei und er gleich mit, denn wer zu viel quatsche, der, nein die natürlich, die könne schließlich nichts verkaufen. Ach so? Doch, auch meine Seele baumelt. Der Satz wird gnadenlos weg gelächelt und der Kunde bekommt hinterher vorsichtshalber noch ein Stück Melone mit auf den Weg. Ein bisschen Zucker für das ausgelaugte Gehirn. Die Bio-Waffen einer Marktfrau eben, denn von ein paar opportunistischen Herren lasse ich mir sicherlich nicht den schönen Tag verderben. Notfalls hätte ich noch ein HimmelsKüsschen hinterher geschickt, doch das war gar nicht nötig.

Die HimmelsKüsschen… Da sind sie. Da waren sie. Sie werden wiederkommen.

 

Es sind kleine Energie Pralinchen, hergestellt aus Medjool Datteln, gemahlenen Mandeln, Vanille und ein wenig Hanf. Gewälzt in Kokos Raspeln und Couscous- Crispies, Couscous Krokant sozusagen. Sie sind nicht ganz roh aber beinahe genau so schnell zubereitet und, das ohne Küchenmaschine,  nur mithilfe einer Gabel. Und der Geschmack, süß und fein, dabei zartschmelzend wie kleine Marzipan Kartöffelchen.

Dann die Couscous-Crispies. Knusper Krokant. Bei Süßigkeiten darf es ruhig ein bisschen knistern und knuspern, oder?  Sind ja HimmelsKüsschen. Energiekugeln oder Bliss Balls? Nä. Komisch nüchterne Namen, für etwas derart genussvolles.

Ein paar davon vor der Arbeit genascht und der Tag und die rebellischen Herren können kommen.

Hier noch ein Foto, eines mit dem ich einen kleinen Gruß an Jules und sein feines Teestübchen aussenden möchte. Das Teestübchen Trithemius feierte diese Woche seinen ersten Blog Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Ich dachte ein wenig konzentrierte Energie könnten dem Radfahrer aus Leidenschaft ab und an ganz nützlich sein.

Und nun zum GLYX-roten gute Laune Rezept:  

Do you take sugar? Weiterlesen

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Wenn die Nudel dreimal klingelt! Dreierlei Nudeln mit Mohn, Avocado und Zitrone an mediterraner Tomaten Beilage.

Ach, ja… Manchmal bin ich nach der Arbeit recht müde, sitze gähnend im Bus. Mit verschränkten Armen rutsche ich ein wenig tiefer in den Sitz hinein, schließe die Augen und versuche mich ein wenig zu entspannen. In den guten Bussen kann man am Vordersitz die Beine ein wenig höher legen. Herrlich.

Im Treppenhaus treffe ich anschließend auf eine der Trainerinnen vom Family Fitness-Studio, die mich fälschlicherweise für eine Kundin hält und mir bei meinem…Ja, würde mich auch mal interessieren, was für einen Anblick ich ihr da eigentlich geboten habe? Jedenfalls fühlt sie sich dazu animiert mir ein fröhliches: Ach, komm. Wir schaffen das gemeinsam! entgegen zu piepsen, während ich mich an ihr vorbei die Treppen ins Dachgeschoss hoch quäle. Ach, ja? Trägste mich? Kochen wäre auch nicht schlecht und die Wäsche ist auch noch im Keller… Ich hätt da jetzt eher nicht so Lust. Die Turn Uschi war ja eh gerade auf dem Weg nach unten.  Weiterlesen

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Gefüllte Paprika mit Walnussreis, Zaziki und Ofen-Bete.

Ein komplizierter Esser war ich nie, doch seit ich als Marktfrau arbeite und ein bisschen nachjustiert habe, was die Ernährung betrifft, hat sich mein Geschmacksempfinden doch ein wenig verändert bzw. sensibilisiert. Vor einigen Jahren bekam ich einmal eine Präsentkorb geschenkt, so groß wie ein Wäschekorb, voll mit Keksen, Schokolade und Pralinen. Das Ergebnis eines Geburts-Tages, denn ich hatte einen gewissen ruf. Wie Pipi Langstrumpf im Süßigkeiten Laden, genau so fühlte so dieser Korb an, den ich fest umschlossen auf meinem Schoss hielt, während die Augen wie Sterne leuchteten. Meine einstige Mitbewohnerin nannte mich gerne das Trap – Trap Monster, ein kleines Monster in Adiletten das vorzugsweise Nachts, durch die Flure schlurfte und schnurr-stracks auf den Nutellaschrank zu trippelte, bewaffnet mit einem Löffeln und der losen Absicht zu vernichten, meist restlos, was schließlich dazu führte, dass das Monster eines nachts den Schrank öffnete und statt des Nutellas einen Post-it mit der Aufschrift: „Hier stand mal ein Nutella Glas.“ vorfand, während die Mitbewohnerin wahrscheinlich gerade selig schlummernd ein Glas im Arm hielt…

Und auch einer meiner Ehemaligen wurde es nicht müde Freunden und Familie die gruselige Geschichte einer unvergesslichen Nacht zu erzählen, in der er aufwachte und sich, statt neben seiner Freundin, neben einem Monster wiederfand, das an der Bettkante sitzend, leffzende und knisternde Geräusche von sich gab, während es sich vorgebeugt, im Schutze der Dunkelheit, über eine Packung Celebrations her machte. Schmatzend…Kauend… Was machst du da? … Hm. Essen? Seitdem sprach er von mir als  I am Legend, der Infizierten… Schon peinlich. Irgendwie. Das Positive an der Sache war, dass sich danach eine Art Allianz zwischen meiner Mitbewohnerin und meinem Freund bildete, obwohl die beiden sich eigentlich gar nicht ausstehen konnten. Essen verbindet eben doch. Schön.

Solche nächtlichen Vorfälle gehören der Vergangenheit an. Die meisten dieser Süßigkeiten schmecken mir heute entweder nicht mehr oder sie sind nicht vegan oder ich habe einfach für mich begriffen, dass meinem allgemeinen mentalen Befinden nicht allzu förderlich sind und schlafe statt dessen lieber durch und esse dann morgens mehr. Aber, wenn heute jemand an mich heran tritt, beinahe widerwillig drei Aprikosen kauft und dabei sagt er oder sie sei ja so eine Süße/r,  beim Fruchtzucker müsse man ein wenig aufpassen, dann muss ich gelegentlich (schmunzelnd) den Kopf schütteln, denke an vergangene Nächte und frage mich und manchmal auch den Kunden ob es nicht mehr Sinn machen würde jetzt ein Kilo Aprikosen, als später dann ein Glas Nutella zu essen. Aber gut, jeder Jeck ist anders und jeder Jeck hat seinen eigenen Weg beziehungsweise seinen eigenen Ernährungsguru mit wissenschaftlich untermauerter These, mit der jener seinen nächsten Jamaica Urlaub gut finanziert sieht…

So, und eigentlich wollte ich auf Paprika und Zaziki zu sprechen kommen und frage mich kurz wie ich auf die Süßigkeiten kam…Endet es nicht immer im Dessert…Ach, ja. Es ging um die sensibilisierten Geschmacksempfindungen. Seit ich als Marktfrau arbeite esse ich ein beinahe jedes Obst und Gemüse, was ich zwar vorher auch schon tat aber nun richte ich mich mehr nach dem Jahreszeitenrad. Wenn’s auf den Punkt gereift und auf die persönlich richtige Art zubereitet ist schmeckt es gleich viel besser und aromatischer. Sogar Gurken. Ich sagte es schon vor einiger Zeit: Gurken erinnern mich geschmacklich immer ein bisschen an unreife Melonen und gehören nicht zu meinen Lieblingssorten, doch gepaart mit Erdbeeren und einem süßen Agaven-Senf Dressing

oder wie heute in Form von Zaziki sieht die Sache ganz anders und zudem viel appetitlicher aus. Lecker! Das Zaziki Rezept ist heute mal eine Art Familienrezept, nach Mutti und war ursprünglich ein Salatdressing, ohne Gurke. Danke Mama. Die Gurkenwelt fürchtet dich nun.

Was am Ende des Tages übrig bleibt ist die arme Petersilie. Weit abgeschlagen und allein zurückgelassen. Die fasse ich nicht an, denn da wird mir allein vom Geruch schon übel. Ich hungere, derweil ein kleines Monster, eigentlich schlummernd, träge ein Auge öffnet. Etwas überlebt ja immer… Weiterlesen

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Hoffnungslos verklärt mit einer Seele aus Glas. Liebster Award Vier nach Olet Lucernam!

Der Regen rinnt unentwegt die Fensterläden entlang. Heute Morgen verbirgt sich die Welt hinter einem Film aus Glas. Gedanken schlagen auf, doch sie zerschellen splitternd im Raum, werden zurück geworfen, fließen matt und stumm zurück in meinen Kopf, sammeln sich dort, nur um kurz darauf und mit Karacho erneut gegen die Wand zu prallen. Und wieder zurück. Und wieder vor. Immer wieder. Stundenlang. Tagelang… Manchmal ist das so. Manchmal prallen die Gedanken unentwegt gegen eine Wand, die ja eigentlich gar nicht da ist und da kommt einem der Regen gerade recht, denn irgendwer muss ja schuld sein, wenn die Gedanken gerade mal kötzeln und man sich eigentlich nur die Decke über den Kopf ziehen und einkuscheln möchte. Um so besser, wenn’s einer ist der sich seiner Schuld gar nicht erst erwehren kann. Und auch ich wehre mich heute nicht. Eine Weile lang liege ich einfach nur so da, gähnend, begraben und eingekuschelt. Die Gedanken kreisen. Es ist stickig und dunkel…wirklich sehr dunkel. Man sieht ja gar nichts mehr… Also taste ich nach dem Schalter und schlage die Decke zurück. Siehe da. Sonnenschein. Schön durchlässig und warm. Wer hätt’s gedacht.

Elektrisierend, Olet Lucernam! hat mich für den Liebster Award nominiert. Ein gewisser Schwierigkeitsgrad  bei den Fragen müsse schon sein, fügte sie auf mein Nachfragen lakonisch hinzu. Hm. Na, gut. Heute bin ich also die Königin der Welt. Kein all zu gutes Vorzeichen wie ich finde, doch hoffen wir das Beste… Weiterlesen

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28 Augüste später… Eine Marktfrau hing im Wetterseil. Schön Blöd.

Oder auch Tellersommermix 2016 

Pizza Mimimi, mit Dinkel-Möhrchenboden, überbackenen Auberginen, Rucola und Walnüssen, dazu eine gefüllte Tomate und ein kleiner Fenchel Melonensalat

Och, nö! Schon wieder Wetter?

Man! Was ist das nur für ein Wetter?

Wetter 2016 – Ich war dabei!

Ach, so langsam reicht’s ja dann auch mit dem Wetter.

Also normal ist das nicht..!

„Wann wird’s mal wieder gar kein Wetter?“ (leise gesummt vom Käse-Andreas)

Und es war Wetter…

***

Liebes Tagebuch,

Heute hatten wir mal wieder Wetter. Ja, ich weiß. Schon wieder!?…Dabei hatten wir doch erst gestern Wetter und vorgestern und den Tag davor ebenfalls. Ich kann es ja selbst kaum glauben! Doch es ist so. Es will einfach nicht aufhören Wetter zu sein und so langsam verzweifle ich daran, denn es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe das Gefühl es breitet sich aus. Hatten wir zu Beginn der Woche lediglich ein bisschen Wetter, traf es uns heute mit voller Breitseite. Wir hatten so richtig Wetter. Es ist beängstigend. Selbst die Kunden…Ich höre es an dem Zittern in ihrer Stimme. Sie versuchen das Wetter mit einer flapsigen Bemerkung abzutun, doch in ihren Stimme klingt die Angst. Sie bricht sich durch jede einzelne Gott verdammte Silbe. Die Kunden fürchten das Wetter. Genau wie ich. So, wie wir alle.

Es begann heute morgen ganz früh, viel zu früh und es zog sich durch den gesamten Tag. und selbst jetzt, tief in der Nacht, während ich dir stumm diese Zeilen schreibe, lauert das Wetter vor meinem Fenster. Ich kann es spüren. Es ist da draußen… Es wartet. Aber worauf denn nur? Was will das Wetter von uns? Nadine sagt, dass Wetter sei gekommen um uns zu zermürben. Warum? Na, das sei doch klar. Weil wir es ständig verhöhnt hätten. Niemand von uns habe das Wetter je respektiert. Seine Kunst. Es einfach Wetter sein zu lassen, so wie es wollte. So, wie es sich fühlte… Keine gutes Haar hätten wir je am Wetter gelassen. Nie durfte es so sein wie es wirklich war. Immer hatten wir etwas an ihm auszusetzen… Früher oder später rächt sich so etwas. Da dürfe man sich nicht wundern. Wie dieser Typ, dem sie als Kind immer verboten hatte Comic Bücher zu lesen, der der sich dann später selbst den Namen Dagobert gegeben hatte, um Geld zu erpressen, wirklich viel Geld, wahrscheinlich um sich sämtliche Comicbücher seiner verpassten Kindheit zu kaufen… So richtig geklappt hatte das damals nicht, doch in den kommenden Jahren hatte er ja viel Zeit, um zu lesen. Da waren bestimmt auch Comicbücher dabei. Auch wenn die dann nur geliehen waren. Solche Dinge passieren. Wenn ständig soviel Druck von außen verübt werde, da könne man schon mal durchdrehen… Das Wetter, ein rachedurstiges Mobbingopfer? So richtig plausibel erscheint es mir noch immer nicht, doch wenn ich so aus dem Fenster blicke…Das Wetter. Es ist da. Nach wie vor. Vielleicht werden wir es nie wieder los. Vielleicht wird von nun an jeden Tag Wetter sein. Die Möglichkeit besteht. Vielleicht wird es Zeit sich damit abzufinden. Irgendwie müssen wir ja versuchen unser Leben unabhängig vom Wetter zu leben. Doch, wie nur? Wir müssen einen Weg finden…

Jenny


Nachtrag, 06.08. 2016

Das Wetter, es ist tatsächlich geblieben. Der alte Herr T. vom Büdchen hatte es gewusst. Er hatte es bereits vergangene Woche gewusst und er sagte es mir und dabei hat er dann so komisch gelächelt. Er sagte, ob Sonne oder Regenwetter. Eines ist gewiss. Auch morgen wird wieder Wetter…

Seine Worte hatten etwas endgültiges gleichzeitig aber lag in ihnen etwas seltsam beruhigendes, eine unbestimmte Sicherheit, die ich noch nicht greifen konnte. Kurz danach veränderte sich alles. Die Worte des alten Herrn T. hallten durch meinen Kopf, wieder und wieder flossen sie gleichmäßig durch meine Wetter-getrübte Gehirnsuppe und plötzlich klärten sich die Dinge. Herrn T.s Worte hatten wie ein Gehirnfilter gewirkt. Der Nebel hatte sich gelichtet. Ich trat in die Küche. Ich fing an zu hantieren. Ich vergaß sogar, dass Wetter war. Herrn T.’s Worte hatte mich gerettet…

Zum Wetterunabhängigen Rezept: Weiterlesen

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Die Sonntags Heldin.

 Einfach & ohne lange Gehzeit.

SOS Sonntagsbrötchen. Mit Roggenvollkornmehl, Haferflocken und Möhrchen. Nicht wie aus dem Bilderbuch aber richtig lecker und sehr sättigend. Mit dünner Knusper Kruste.

 Sonntagmorgen.

Schlürfend, inhalierend auf dem Balkon. Die Welt riecht noch frisch und gewinnt nur langsam an Kontur. Das Bein schmerzt kaum mehr…Fremde Möbel, Gastmöbel auf dem Weg, wohin eigentlich? Meine Finger zeichnen den Strich nach, der sanft rot auf meinem Knie aufschimmert. Gastmöbel! Kleine Stolpersteine, auf dem noch leicht wankenden Weg zur Kaffeemaschine. Kopfschüttelnd lächelnd, senke ich meine Lippen in flüssiges schwarzes Chanel . Still. Inhalierend. Die Sonne zieht auf… Ein perfekter Sonntag Morgen.

Zärtlich fällt mein Blick auf das kleine Feigenbäumchen. Die erste Feige ist reif. Vielleicht darf ich sie ja später pflücken…

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Genüsslich gähnend strecke ich alles weit von mir, verkrieche mich in der klangvollen Stille dieses Morgens und denke an Kristina und ihren hochwertigen „Olaf 7976“. Ob man den auch auf Stumm schalten konnte? So ab und an? Ich wünschte es ihr jedenfalls. Aber was die Extras betraf hatte ja jeder seine ganz eigenen Vorstellungen. Weiterlesen

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Ein Mann zum dahinschmelzen?Buttermilch-Karamell trifft schwarze Johannisbeere… Vegan, ohne Eismaschine und mit Aquafaba.

Zunächst aber,

Es macht mich ein wenig verlegen es zuzugeben aber neben Espresso, Zigaretten und Schokolade halte ich den Mann für die wohl zartbitterste Versuchung seit es so etwas wie Geschlechtsreife gibt. Dabei gilt hier für mich dasselbe wie bei allen anderen Genussmitteln. Die Dosis macht das Gift. Ab und mal ein Stückchen genossen und alles ist fein. Übertreibt man es, bekommt man nur Bauch- und oder Kopfschmerzen. Man fühlt sich schrecklich überfressen und weiß gar nicht wohin mit all der Übelkeit. Und dann liegt man da, manchmal Tage, Jahre oder sogar ein  ganzes armseliges Leben lang und denkt frustriert: Hätt ich doch bloß nicht…Ja. Das Maß aller Dinge. Manchmal ist es schwer auszuloten. 

Bisher habe ich mich ein wenig geziert diese doch sehr private Ansicht hier offen kund zu tun aber in Zeiten, in denen Kunden unsere Tomaten mit „Die sind ja noch süßer als die Verkäuferin.“ bewerten, sie mich mit „So Baby! Ich hätte gerne…“ anreden oder meinen mir, während eines Gesprächs über gepufftes! Amarant,  augenzwinkernd mitteilen zu müssen, dass ja bei weitem nicht alles „gepoppte“ empfehlenswert sei, da fand ich, es sei an der Zeit, mit meinen Ansichten nicht länger hinterm Berg zu halten, sondern eben diesen selbst zu erklimmen und mich in ähnlich geistige Höhen vorzuwagen.

Man hat ja als 1,67m kleine Marktfrau meist gar keine Ahnung wie klar und frisch die Luft dort oben, auf solch einem Niveau, sein kann, bis eines Tages unverhofft so ein 1,96m Berg vor einem auf thront und seine Bestellung abgibt, begleitet von Sätzen, so luftig und leicht, so zart und dünn, dass es jeder MarktFrau sofort die Sprache verschlägt und die Stimme leicht belegt, nicht viel mehr als ein in sich gekehrtes hm zu antworten weiß, gefolgt von einem gemurmelten „Brot“, denn der Vokal „o“ geht schön tief in der Bauch. Das entspannt.

Befreiend müsse es sein, dachte ich. Dort oben, auf dem Gipfel des winzigen witzigen Geschmacks. Dazu all die unverbrauchte Luft. Eine wohltuende Entlüftungskur für das Gehirn. Auf 1,67m bekommt man die viel zu selten. Die Aussicht war mir durchaus eine kleine Reise wert.

Also ging ich einfach los. Ich wollte da rauf. Auf den Gipfel. Unterwegs ließ ich allen unnötigen Ballast fahren. Übertriebener Anstand, falsche Etikette, eine ausreichende Sauerstoffzufuhr. All das alles fiel wie selbstverständlich von mir ab. Trotzdem, die Beine wurden zunehmend schwerer. Die Luft wurde auch irgendwie dünner. Ich quälte mich doch plötzlich bildete sich dieses Vakuum in meinem Kopf. Da wusste ich, ich war angekommen. Ganz oben. Frei und allein.

Luftig war’s! Und einsam. Für meinen Geschmack ein wenig zu einsam. Auf so hohem Niveau fühlte ich mich alles andere als wohl. Also schrieb ich schnell meine zartbitteren Zeilen und anschließend hieß es, nichts wie weg, zurück auf 1,67m. Nicht das höchste Niveau aber völlig ausreichend für eine kleine Marktfrau wie ich finde…

So knapp über dem Boden, ist man dann auch viel näher am Eisschrank…

Zum Rezept:


Ohne Banane und absolut unkompliziert!

Ich habe einige Zeit überlegt, wie ich dieses Eis beschreiben soll, denn ich habe so eine Geschmacksrichtung noch nie gegessen. Das Eis hat eine fruchtige Buttermilch Note, bekommt  aber durch Kokoscreme und Aquafaba eine cremige Schwere… Es sollte ja kein Obstsalat werden! Kokosblütenzucker und gehackte „Cashew Crunch“ Stückchen, toppen das Ganze mit ein bisschen Knusper und einer süßen Karamell Note. Und, weil mich die Johannisbeeren heute so angelacht haben, gab es neben Buttermilch-Karamell noch ein Buttermilch-Johanisbeer-Karamell Eis, gebettet auf einer ganz simplen Johanisbeer-Grütze. Oben drauf kamen noch ein paar Johannisbeeren und ein Löffelchen von der Black Berry-Grütze. ;-) Bon Appétit, kann ich da nur sagen… Weiterlesen